
Wallfahrtsrektor Stefan Zekorn.
Wallfahrtsrektor feiert silbernes Priesterjubiläum
Stefan Zekorn im Porträt: Ein Mann des Gebets
Kevelaer. Vor 25 Jahren, am 8. Oktober 1984, weihte Joachim Kardinal Meisner Stefan Zekorn zum Priester. Zekorn, heute Wallfahrtsleiter und Pfarrer an St. Marien Kevelaer, feiert am 11. Oktober um 10 Uhr in der Basilika ein Dankamt.
Der Blick auf Maria öffne die Menschen für die Wahrheit, dass "uns das Göttliche oft im Unscheinbaren begegnet wie an Weihnachten das Kind in der Krippe". Das Wesentliche sei selten im Besonderen, sondern eher im Alltäglichen zu finden. "Ich freue mich jeden Tag daran, dass ich in meinem Beruf die Aufgabe habe, mit Menschen den Glauben zu teilen und sie darin zu bestärken."
Als der damalige Bischof Reinhard Lettmann 2005 den Spiritual am Borromaeum in Münster über die geplante Ernennung für Kevelaer unterrichtet hatte, reiste Zekorn in die Marienstadt. Er näherte sich dem Ort als einfacher Pilger. Pilger und Beter ist er bis heute geblieben. Zekorn betet um entsprechende Weisung. Er mag einen Spruch der heiligen Teresa von Avila, Gebet sei ein "freundschaftlicher Austausch mit dem, der mich liebt".
Im Vertrauen auf Gott
Antworten kommen selten mit "praktischer Gebrauchsanweisung" – manchmal öffnet sich ein neuer Gedanke oder ein Weg. Bleibt ein Problem, schläft er gern "drüber", nicht um erneut nachzudenken, sondern um nachzubeten. "Da, wo mein Weg schwer ist, wo ich Kreuz erlebe, darf ich darauf vertrauen, dass Gott auf besonders intensive Weise mitgeht."
Zekorn braucht nicht viel Ballast. "Ich versuche, mich im Vertrauen auf Gott nicht allzusehr abzusichern. Ich möchte bewusst einfach leben", sagt er und freut sich an seiner schlichten Wohnung. Er hat sich weder teure Gegenstände zugelegt, noch an Körpergewicht zugenommen. Manche nennen Zekorn einen Perfektionisten. Er beschreibt sich als einen Menschen, "der versucht, Dinge im Wesentlichen gut zu machen". Das hindert den Chef vieler Mitarbeiter, Einrichtungen und Versammlungen nicht daran, Sachentscheidungen immer wieder vertrauensvoll denen zu überlassen, die die Fachkenntnis haben. "Es kann nicht alles optimal laufen – weil wir Menschen sind." Nach einem Roten Faden in seinem Priesterdasein gefragt, beschreibt er, dass "der Glaube an Gott und die Nachfolge Christi" ihn ständig begleiten. In seinem seelsorglichen Dienst sieht er sich als einen Priester unter vielen. Auf die Frage, wie sich sein Werdegang entwickeln könnte, lächelt er. "Da müssen Sie Gott oder den Bischof fragen."
Zekorn selbst versichert, dass er 2034 in Kevelaer gern als Pastor und Wallfahrtsleiter sein Goldenes Priesterjubiläum feiern würde. Er täte dies in einem Wallfahrtsort, der sich zu einem spirituellen Zentrum erster Güte entwickelt hätte. Im Spirituellen liegt Zekorns Kraft. Für ihn hat sie nichts mit der Frage zu schaffen: Was kann ich tun? "Ich versuche, nicht von mir her zu denken, sondern von den Menschen, der Aufgabe und dem Gelassensein an Gott her: Wo man an Gott gelassen ist, was man Gott überlässt, das begegnet einem. Wenn ich mich Gott hinhalte, fügt er die Dinge so, dass ich auf dem Weg bleibe."
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Text: Delia Evers in
Kirche+Leben| Foto: Michael Bönte
09.10.2009
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