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04.02.2012
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Lichterweg

Ein Bild aus Licht: Konzentrische Kreise um ein Kreuz aus Spiegeln.

Installationen auf dem Prozessionsweg nach Telgte

Ins rechte Licht gerückt

Münster. "Papa, das war ja hier noch nie!" Der Junge im Kinderwagen ist entzückt von der Stimmung auf den mit 3.000 Kerzen, Lampions und Fackeln festlich beleuchteten Prozessionsweg. Das knapp ein Kilometer lange, alleeartige Teilstück zwischen dem Mauritz-Lindenweg und dem "Weißen Kreuz" auf der östlichen Seite des Dortmund-Ems-Kanals in Münster ist am Freitagabend (25.09.2009) auf neue Weise "ins Licht gesetzt" worden.

Teelichter in roten, gelben und weißen Gläsern säumen den Weg, bilden bei sternenklarem Himmel gleichsam eine "Sternbeleuchtung" auf der Erde, die durch die Bäume scheint. An verschiedenen Stationen haben die rund 200 Mitwirkenden Symbole aus Teelichtern gestaltet. Harfenklänge, ein Flötenquartett, eine Jazz-Combo, ein Chor und der Natur-Trompeter, der sich seinen Platz unter der Kanalbrücke gesucht hat, ergänzen die visuellen Eindrücke.

Seit 400 Jahren pilgern die Menschen auf diesem Weg von Münster zur Schmerzhaften Mutter Gottes nach Telgte. Vor zwei Jahren hat sich eine Initiative der Pfarrgemeinde St. Mauritz mit dem Ziel gebildet, den Prozessionsweg als Kulturgut für die Stadt zu erhalten und bekannter zu machen. "Dieser Weg verbindet wichtige Orte, alt und jung, Protestanten und Katholiken", sagt Pfarrer Pater Hans-Ulrich Willms. Für die Gemeinde habe dieser Weg identitätsstiftende Bedeutung, nicht erst, seit sich Gemeindemitglieder als Paten einzelnen Kreuzwegstationen auf diesem Weg angenommen haben. Der Weg müsse "ins rechte Licht" gerückt werden, findet Willms.

Ein Familienkreis hat mit den 50 Kerzen und Gläsern aus dem Starter-Set der Organisatoren und mit vielen weiteren selbst gestalteten Kerzengläsern vier konzentrische Kreise um ein Kreuz aus Spiegeln angeordnet. Es ist eins der hellsten Bilder an diesem Abend. "Mann und Frau, ein Herz und eine Seele", kommentiert eine Passantin ein anderes Bild, das ebenfalls ein Familienkreis gestaltet hat. Die Organisatoren hören mit Interesse, wie die Besucher ihre Bilder deuten.

"Lyrische Stimmung"

Eine "lyrische Stimmung“ gehe an diesem Abend vom Prozessionsweg aus, findet Elisabeth Hemfort vom Vorbereitungsteam. Gemeinsam mit Helga Stolze, Ingeborg Schoneberg und Rainer Wachsmann vom Vorstand des Vereins hat sie die Aktion "Lichterweg" geplant. Schätzungsweise 1500 Menschen gingen den Weg über die Kanalbrücke zum "Weißen Kreuz". Anwohner sorgten am Ende der Strecke für das leibliche Wohl.

Bewusst habe die Initiative an diesem Abend auf eine speziell religiöse Ausrichtung des Weges verzichtet. "Als ein niederschwelliges Angebot wollten wir den Prozessionsweg mit dieser Aktion als ein Kulturgut für alle darstellen", sagt Elisabeth Hemfort. Der Weg habe damit auch etwas "Heimatbildendes". Die Kombination aus Natur, Licht und Musik spreche die Menschen an.

Text: Christoph Kirchhoff | Foto: Christoph Kirchhoff
27.09.2009

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