
Die aus Polen stammende Künstlerin Anetta Küchler-Mocny hat mit klein- und großformatigen Bildern einen fast überdimensionalen Gemäldezyklus geschaffen.
Gemäldezyklus über Papst Johannes Paul II.
Ein Großformat für einen ganz Großen
Bocholt. Groß nicht nur in den Ausmaßen, sondern auch im Konzept, in der Malerei und in der Verehrung einer der größten Personen der Zeitgeschichte: Die Malerin Anetta Küchler-Mocny hat in zwei Jahren einen 26-teiligen Gemäldezyklus über Papst Johannes Paul II. geschaffen und ihre Borkener Galerie Open Art damit vor Probleme einer Präsentation gestellt. Die Lösung: Das 2,50 Meter hohe und 40 Meter breite Gemälde wird in der Aula des Bischöflichen St.-Josef-Gymnasiums, auch Kapu genannt, gezeigt.
Vermutlich ist es das von den Ausmaßen her größte Gemälde, das bislang über Papst Johannes Paul II. geschaffen worden ist. Auf 26 Leinwänden und in fortlaufenden Motiven hat die in Münster ansässige Künstlerin Anetta Küchler-Mocny ein Gesamtbild von fast 40 laufenden Metern über ihren polnischen Landsmann geschaffen. Es sind die einzelnen Porträts, die dem Betrachter verschiedene Stationen im Leben und Wirken Papst Johannes Paul II. nahe bringen. Die dargestellten Posen und Gesten sind auch dann als Porträt gelungen, wenn kein Gesicht, oft nur ein Teil des Kopfes, zu erkennen sind. Allein die Körperhaltung des Papstes zeugt von seiner Lebens- und Glaubenseinstellung, von dem Dasein als Aufgabe.
Der Künstlerin ist es gelungen, mit dem gemalten Gestus der Person seine Motivation und seine Mitteilung an die Welt mit Farbe niederzuschreiben. Der 26-teilige Zyklus beginnt mit dem betenden Papst, der vertieft in seine Notizen vor der Klagemauer in Jerusalem steht. Konzentration und Kontemplation des Papstes sind in dieser Momentaufnahme deutlich spürbar. Ein weiteres Bild zeigt den knienden Papst, wobei nur der obere Teil seines Rückens erkennbar ist. Auch hier ist wieder die gesamte Figur durchdrungen vom Gebet. Das Kreuz hebt sich deutlich ab von der gelblichen Wand, die durch die Helle Farbe, Wärme und Licht symbolisiert. Das Licht scheint auf den Porträtierten selbst zu scheinen (siehe Foto). Ein weiteres Gemälde zeigt den Papst in ganzer Größe und in weißem Gewand. Der Blick ist gesenkt, das Gesicht durch das Alter gekennzeichnet, die rechte Hand auf einen Stock gestützt. Diesmal betet er nicht, er betrachtet. Das Rot des Untergrunds lässt vielfältige Deutungen zu: Liebe, Leiden Christi, Märtyrertum.
Der Papst, den die Künstlerin sieht, ist voller Demut, er ist zugleich Lehrender und Lernender, Gebender und Empfangender, Verkünder und Leiter der Kirche. Die 39-jährige Anetta Küchler-Mocny erzählt mit ihren großformatigen Bildern und den vielen kleinformatigen Motiven die Geschichte eines Papstes, der mit der Bedeutung seines Amtes den Blick der Welt wieder auf sein Heimatland richtete. "Für mich symbolisiert dieser Papst die Freiheit. Er hat das Schicksal seines Landes beeinflusst", sagt die Künstlerin, die in Polen die Zeit der Solidarnosc-Bewegung und der kommunistischen Regierung unter Jaruzelski erlebte.
Anlass, sich künstlerisch mit Papst Johannes Paul II. zu beschäftigen, war die Bitte ihrer Tante, einmal ein Bild des von ihr verehrten Papstes für das Wohnzimmer zu malen. Daraufhin las Anetta Küchler-Mocny mehrere Papst-Biografien und entdeckte die Wirkkraft dieses Mannes, der die Welt veränderte. Sie begann zu malen und hörte sprichwörtlich nicht mehr auf, als das Format schon längst die Raummaße ihres Ateliers in Münster sprengte. Über den 40 Meter langen Zyklus sagt sie: "Es ging nicht kürzer, weil es so wichtig war."
Zu groß für eine Galerie
Vor Problemen stand die Borkener Galerie Open Art, die für ein so großes Gemälde den geeigneten Ausstellungsraum suchen musste. Über Kontakte gelang es schließlich, die großflächige Aula des Bocholter St.-Josef-Gymnasiums für die Präsentation zu gewinnen. Eröffnet wird die Ausstellung am Sonntag (30.08.2009) um 12 Uhr. Einführende Worte halten Dagmar Kronenberger-Hüffer, Gründungs-Geschäftsführerin des Picasso-Museums in Münster, und Pfarrer Nikolaus Ottmann aus Borken. Zu sehen sind die Werke bis zum 27. September 2009.
Ausstellung im Kapu-Gymnasium in Bocholt
Geöffnet ist die Aula samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr. Weitere Termine, Führungen und Workshops können mit der Galerie Open Art, Telefon 02861 / 91663, vereinbart werden. Es erscheint ein 24-seitiger Katalog. Zudem wird eine signierte und limitierte Foto-Collage des Gesamtzyklus angeboten.
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Text: Johannes Bernard | Foto: Johannes Bernard in
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