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11.02.2012
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Rochus-Kapelle.

Fritz Budde, Alfons Möller und Rudolf Meyer engagieren sich für die Kapelle.

Die Rochus-Kapelle in Werne-Lenklar-Brederode

Ein lebendiges Kapellchen

Werne-Lenklar-Brederode. Mittelpunkt des christlichen Lebens in der Bauerschaft Lenklar-Brederode in Werne ist die Rochus-Kapelle. Sie gehört der Stadt Werne, wird seelsorglich betreut von der Gemeinde St. Christophorus, und die Martinsgesellschaft kümmert sich um den Erhalt.

Einmal im Monat freitags – außer in den Ferien – wird in der kleinen Rochus-Kapelle an der B 54 zwischen Werne und Lünen die heilige Messe gefeiert. Dass dies so ist, ist Aktiven der 85 Mitglieder zählenden Martinsgesellschaft – dem Heimatverein Lenklar-Brederode – zu verdanken. "Als Schüler haben wir hier auch Gottesdienste gefeiert", erinnert sich Rudolf Meyer. Er engagiert sich gemeinsam mit Fritz Budde, Alfons Möller und weiteren Mitstreitern um den Erhalt der Kapelle.

Denn das Kleinod, das dem heiligen Rochus gewidmet ist, stand kurz vor dem Abriss. "Viele Jahre hing ein Schild an der Kapelle, dass keiner sie wegen Baufälligkeit betreten durfte", erzählt er weiter. Doch die Bürger der Bauerschaft Lenklar und der Siedlung Brederode wollten aus ihrer Kapelle keine Ruine werden lassen. Aktiv wurde ebenfalls der Kapuzinerpater Pius Hegemann, ein gebürtiger Lenklarer. So fanden sich Mitglieder der Martinsgesellschaft, die in 5.000 Arbeitsstunden ein Jahr lang das Kleinod wieder herrichteten.

"Viele Menschen haben geholfen, andere haben Material gespendet, und wer nicht handwerklich arbeiten konnte, der hat für Essen und Trinken gesorgt", erinnert sich Fritz Budde an die Zeit der Renovierung. Jeden Balken habe er auf der Schulter gehabt, sagt er mit Blick zur Holzdecke. "Die Stadt hatte den Abbruchbagger schon bestellt, denn die Kapelle war seit Anfang der 1960er Jahre geschlossen", erinnert er sich. Mit einem Festgottesdienst am 25. Oktober 1970 wurde die Wiederherstellung gefeiert. "Die Malereien waren vorhanden und wurden renoviert. Aber wir wissen nicht, wer sie gemacht hat. Ebenfalls wissen wir nicht, woher der Kreuzweg stammt. Diesen, wie auch einige Heiligenfiguren, hat Pater Pius irgendwann mitgebracht", erklärt Alfons Möller.

Die Mitglieder kümmern sich um das Gebäude und das Umfeld. Zu jedem Gottesdienst wird die Kapelle geputzt und einmal jährlich gibt es eine Generalreinigung. Als Sakristei dient die Orgelempore, die die fleißigen Helfer in die Kapelle eingezogen haben. Die Glocke aus dem Jahr 1948 wird per Hand geläutet. "Früher wohnte neben der Kapelle eine Familie. Sie hat jeden Mittag um 12 Uhr zum Engel des Herrn geläutet", erzählt Meyer. Stolz sind die drei Männer, dass sie die Kapelle retten konnten.

Zu den Gottesdiensten sind die Aufgaben klar verteilt: Rudolf Meyer sorgt für die Hostien und den Messwein, Alfons Möller ist Lektor. Und wenn er keine Zeit hat, springt Fritz Budde für ihn ein. "Der Seelsorger, meistens feiert mit uns Pfarrer Klaus Martin Niesmann, bereitet den Gottesdienst vor", sagt Budde. Und Möller fügt hinzu: "Und die Messdiener kommen aus den Familien der Bauerschaft und der Siedlung."

Geschichtlich geht der Bau der Kapelle auf ein Siechenhaus zurück. "Es wurde 1380 gebaut. Zwar wird urkundlich keine Kapelle erwähnt, aber wir gehen davon aus, dass es auch ein Gotteshaus gab. Eine alte Quelle gibt an, dass der Kleriker Gottfried Vonning van Gochem aus dem Erbe seines Bruders im Jahr 1497 eine St.-Georg-Vikarie in der Kapelle errichtete. Daher ist sie dem heiligen Georg geweiht", weiß Budde Geschichtliches zu vermitteln.

Ein Ratsprotokoll von 1773 informiert darüber, dass ein Jahr zuvor der letzte Leprose auf dem Leprosenfriedhof beigesetzt wurde. Mit einer kurzen Unterbrechung waren die Gebäude in städtischem Besitz. Die heutige Kapelle wurde 1884/85 für 3.000 Mark neu errichtet.

Text: Michaela Kiepe | Foto: Michaela Kiepe in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
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