
Zum 25. Mal findet in Kevelaer die Wallfahrt der Motorradfahrer statt.
Viele tausend Motorradfahrer werden in Kevelaer erwartet
Die etwas andere Wallfahrt
Kevelaer. Zum 25. Mal pilgern die Biker mit ihren Motorrädern nach Kevelaer zum Gnadenbild. Am frühen Samstagabend fährt der Konvoi in einer Lichterprozession zum Kapellenplatz.
Es gehörte 1985 schon eine gewisse Risikobereitschaft dazu, sich auf eine völlig andere Wallfahrt einzulassen. Als Martin Willing, Journalist und "rasender Reporter" auf einer 1.200er Honda Goldwing mit vier Zylindern, Rektor Richard Schulte Staade bereits ein Jahr vorher vorschlug, eine Kradfahrerwallfahrt anzubieten, überraschte ihn die Reaktion des Geistlichen nicht. Schulte Staade sagte unverzüglich "Ja".
Zu dem Zeitpunkt hatte Willing allerdings keine Ahnung, ob "die Szene" eine Wallfahrt annehmen würde. Immerhin entsprachen die Krachledernen auf PS-starken Krädern nicht gerade dem allgemeinen Bild frommer Pilger. Und wie würden die Kevelaerer auf sie im Schatten des stillen Heiligtums reagieren?
Längst ist bekannt, dass die erste Wallfahrt eine Freundschaft zwischen Pilgern und Bewohnern begründete. In manchen Jahren war die Schlange der bis zu 8.000 Maschinen bei der abendlichen Lichterprozession – die Scheinwerfer dienen als Kerzenersatz – mit mehr als 30 Kilometern so lang, dass die ersten zum tosenden Willkommen der Basilikaglocken schon auf den Kapellenplatz rollten, als die letzten den Zeltplatz zur Prozessionsrunde um Kevelaer noch nicht verlassen hatten.
An jedem dritten Samstagabend im Juli säumen seit 25 Jahren Hunderte und Tausende von Kevelaerern die Straßen, winken, klatschen und sprechen später auf dem Kapellenplatz beinah behutsam die Gebete mit, wenn der eine oder andere Biker für das "Vaterunser" einen Spickzettel braucht. Kein Zweifel: Die Wallfahrt ist ein Schauspiel, bei dem mancher seinen Chrom blitzen oder auf dem Käppi einen Totenkopf grüßen lässt.
Doch abends auf dem Kapellenplatz stehen unter den Fahrerinnen und Fahrern, denen das Beten vertraut ist, dann auch solche Biker, die "nicht mitreden" können, aber vor dem Bild still und inne werden, dass sie eine Seele haben und wem sie diese verdanken. Da bittet mitten im Gewühl eine junge Frau einen Geistlichen, ein Andenken zu segnen. Der Geistliche tut es, schließt seine Hände um die Hände der Frau und drückt sie sanft. Im selben Gewühl umarmen sich Paare und fühlen sich beschenkt. Das sind die frohen Botschaften dieser etwas anderen Wallfahrt. Und es gibt viele mehr – einen Moment der Gottesnähe, ein Gebet, das plötzlich auf der Zunge ist, ein Gespräch, ein Blickkontakt. Die meisten Pilger machen keinen Hehl daraus, dass sie selten eine Kirche von innen sehen. Trotzdem kommen sie in Scharen zum Gnadenbild. Dort fühlen sie sich aufgenommen – ganz so wie sie sind.
Trotz der vielen Maschinen, der Anreisewege, der Prozessionsrouten, der engen Innenstadtstraßen und der vielen Zuschauer hat es nie einen ernsthaften Unfall gegeben. Nie sind die Pilger schneller gefahren, "als ihr Schutzengel fliegen" konnte. Natürlich waren auch weltliche Kräfte am Werk: Polizei, Wallfahrtsleitung, Stadt, zahlreiche Helfer und der kirchlich verfasste Verein Motorradfahrer-Wallfahrt Kevelaer mit rund 70 aktiven Kräften, der einzig die Aufgabe hat, die Wallfahrt vorzubereiten – in den ersten Jahren angeführt von Heinz-Peter Angenendt, der sich um Zeltplatz, Genehmigungen, Ausarbeitung der Routen für Konvoi-Fahrten und vieles mehr kümmerte und dadurch das besondere Geschehen erst möglich machte.
Motorradfahrerwallfahrt: Feier der Gottesdienste
Traditionell findet die Motorradfahrerwallfahrt am dritten Juli-Wochende (18.07.2009) statt. Von dem Zeltplatz an der Walbecker Straße in Kevelaer startet um 13 Uhr die Begrüßungsfahrt im Konvoi zum Kapllenplatz. Dort schließt sich eine Andacht und die Taufe eines Kindes an. Um 20 Uhr beginnt die große Lichterfahrt. Um 21 Uhr ist dort Gottesdienst. Am Sonntag beginnt um 13 Uhr die Abschlussfahrt zum Kapellenplatz.
Mehr zum Thema in kirchensite.de:
Text: Delia Evers | Foto: Archiv in
Kirche+Leben
16.07.2009
Bistumspartnerschaft
Der Grundstein für eine Partnerschaft zwischen den Diözesen Tula in Mexiko und Münster wurde auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil in Rom gelegt.
Bibelarbeiten
Die Bibelarbeiten befassen sich mit Schriftstellen aus dem Alten und Neuen Testament und eignen sich für die Gemeindearbeit und für die persönliche Auseinandersetzung mit der Heiligen Schrift.
Marienmonat
Als schönster Monat des Jahres soll der Mai der "schönsten aller Frauen" geweiht sein. Maialtäre und Maiandachten entstammen einer barocken Frömmigkeitstradition.
Service für Sie
Spruch des Tages
Reden, Fragen, Antworten finden
Seelsorger/-innen
Heiligenlexikon in "kirchensite.de"
im
Heiligenkalender können Sie nach Monaten blättern. Oder wählen Sie hier nach Buchstaben aus:
Kontakt
kirchensite-Redaktion:
redaktion
kirchensite.de
Lebenshilfe+Seelsorge:
Martin Weber
weber
kirchensite.de
Technik:
technik
dialogverlag.de











Newsticker für Ihr Web