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17.05.2012
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Bischof Felix Genn feierte in der Xantener Basilika einen Gottesdienst.

Bischof Felix Genn feierte in der Xantener Basilika einen Gottesdienst.

Bischof Genn fordert entschiedenes Christsein in Xanten

"Möchten Sie Heilige sein?"

Xanten. Gespannt warteten die Gläubigen im Xantener St.-Viktor-Dom auf ihren neuen Bischof. Am Namensfest des heiligen Norbert (6. Juni) kam Bischof Felix Genn zum Antrittsbesuch in die Region Niederrhein. Propst Alfred Manthey begrüßte den Gast aus Münster mit freudiger Spannung und drückte mit seinen Worten  aus, was viele ähnlich empfanden: "Wir freuen uns, lieber Bischof Felix Genn, dass Sie uns nach so kurzer Zeit in Xanten, der gefühlten Mitte des Niederrheins, besuchen." Dass dieser Besuch auf den Höhepunkt der Norbertfestwoche fiel, erfüllte Manthey mit besonderer Dankbarkeit.

Bischof Genn erwiderte, gern nach Xanten gekommen zu sein. Schon seit Jahren breche er gemeinsam mit Erzbischof Thissen und Regionalbischof Janssen von Xanten aus zur Wallfahrt nach Kevelaer auf. Seit er zum ersten Mal die Basilika betreten habe, sei in ihm der Wunsch gewachsen, in der Kirche einmal Eucharistie feiern zu können. Jetzt sei es soweit, sagte er.

Genn rief die Gläubigen in seiner Predigt auf, den Namen der Stadt "Ad Sanctos" (zu den Heiligen) charakteristisch für das städtische Leben und prägend für jeden einzelnen Christen werden zu lassen. "Möchten Sie Heilige sein?" fragte der Bischof die Zuhörer. Es gehe nicht um exotische Erscheinungsformen. Der heilige Norbert sei wegweisend, sagte Genn. Er habe radikal aus der Wurzel gelebt und versucht, Menschen in Xanten in die Radikalität seines Lebens einzufangen. Gerade den jungen Menschen rufe er zu: "Wenn ihr Christ sein wollt, werdet Christ! Spürt, welche Kraft in der christlichen Botschaft liegt." Die Glaubenszeugen des nationalsozialistischen Regimes wie zum Beispiel Karl Leisner machten deutlich, aus welcher Quelle sich ihr Glaube gespeist und woraus sie gelebt haben, sagte Genn. Sie seien vom Strom der göttlichen Liebe erfasst worden. Sie hätten sich entschieden, dass nichts anderes als nur diese umfassende göttliche Liebe die Welt verändere. "Egoismus führt nicht zum Ziel", sagte der Bischof. Die Glaubenszeugen in der Krypta hätten innerlich vor Liebe gebrannt und daraus die Welt gestaltet. Ihr Zeugnis ist nach Ansicht des Bischofs Auftrag an die Christen heute, den Menschen zu zeigen, dass sich auch 2009 Christ- und Menschsein vereinbaren lasse.

Am Ende des festlichen Pontifikalamts zog der Bischof in die Dionysiuskapelle, die am Donnerstag (4. Juni) geweiht worden war. Nach einer Statio zogen Bischof und Gemeinde wieder in den Dom zurück, wo Genn im Kreuzgang viele Hände schüttelte. Der Vorsitzende des Xantener Dombauvereins, Hans-Wilhelm Barking, sowie der Leiter der Dombauhütte, Johannes Schubert, übergaben dem Bischof eine Skulptur des heiligen Norbert als Erinnerung an seinen ersten Besuch.

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Text: Jürgen Kappel | Foto: Jürgen Kappel
08.06.2009

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