
Bischof Felix Genn bei der Lichterprozession zum Kevelaerer Gnadenbild.
Niederrheiner heißen Bischof Genn willkommen
"Kevelaer als Ort der Kirche"
Kevelaer. Als von weitem die Fahrradpilger mit ihren Klingeln den Besuch des Bischofs ankündigten, stieg die Spannung spürbar. "Der Bischof kommt" und "Das ist wirklich aufregend", hieß es. "Wir freuen uns auf unseren neuen Bischof", war am Randes des Roermonder Platzes in Kevelaer in den vordersten Reihen zu hören. Dicht gedrängt standen die Menschen. Fahnenabordnungen der verschiedenen Bruderschaften und die Vertreter der Geselligen Vereine gaben ein buntes Bild ab.
"Unsere Freude ist sehr groß, dass der Bischof schon zwei Monate nach seiner Amtsführung nach Kevelaer kommt. Das ist für die Marienstadt ein großes Geschenk", strahlten die Schwestern von der Göttlichen Vorsehung. Ebenso gespannt die St. Antoniusschützen: "Wir wollen den Bischof in Natura sehen", ein Wunsch, der schon bald in Erfüllung gehen sollte. Denn, kaum dass Bischof Genn aus der geschmückten Kutsche ausgestiegen war, nahm er ein Bad in der Menge. Es war der Augenblick für den festen Händedruck, für freundliche und verbindende Worte mit den Gläubigen. Bischof Genn schenkte Aufmerksamkeit und nahm sich Zeit, während er auf die Menschen zuging. Auch für die Gruppe der Gocher Liebfrauen, die mit einem Transparent "Liebfrauen Goch ist (war?) unsere Heimat" auf ihre Situation aufmerksam machten.
Unterschiedlich waren die Erwartungen, die mit dem Besuch des neuen Bischofs von Münster verknüpft waren. "Wir wünschen uns, dass alles so weiter geht. Mit Bischof Lettman waren wir sehr zufrieden", meinten die Uedemer Gisela und Wilhelm Koenen. Thekla Kerkmann: "Mein Wunsch ist, dass er auf die Menschen zugeht, etwas bewegt und auch die Jugend anspricht und für Kirche begeistern kann", meinte die Besucherin aus Uedemerbruch. Sicher, die Zeit sei heute nicht einfach und die Probleme drängend, gab sie zu bedenken.
Aus Essen, der vorherigen Wirkungsstätte des Bischofs, war extra Hildegard Weier angereist. "Ich vermisse seine klaren Predigten im Essener Dom." Der emeritierte Pastor Schrader genoss das Warten am Rande des Roermonder Platzes. "Das ist schon ein besonderer Moment, und wir freuen uns, dass wir wieder so einen guten Bischof bekommen. Er soll ein ganz spiritueller Mann sein." Dass dem Bischof von Münster der Besuch sichtlich Freude machte, war schnell zu spüren. Die Marienstadt kennt er von verschiedenen Pilgerreisen.
Ihm flogen die Herzen zu, wenn er spontan auf dem Weg zum Kapellenplatz einen kurzen Stopp einlegte, um Hände zu schütteln oder als er sich später bei den jungen Fahnenschwenkern bedankte. Die Marienstadt hatte alle Register gezogen, um "ihren" Bischof gebührend zu begrüßen. "Sie haben mir einen wunderbaren Empfang bereitet", mit diesen Worten dankte Bischof Genn. Die gekonnte Mischung aus Geselligkeit und geistlicher Atmosphäre, aus Frömmigkeit und dem Gebet, habe ihm stets gefallen und sei ein Markenzeichen des Niederrheins. "Ich komme als Pilger zu Ihnen, und nicht um mich feiern zu lassen", sagte der Bischof bei seiner kurzen Begrüßung vor der Marienbasilika, wobei er auch verriet: "Kevelaer trage ich im Herzen, weil ich die Stadt als Ort der Kirche ansehe." Nach einer kurzen Predigt, in der er an die Gläubigen appellierte, sich auch in schwierigen Zeiten für die Kirche einzusetzen, schloss sich die Lichterprozession zum Gnadenbild der "Trösterin der Betrübten" an. Mit seinem ersten Besuch als Bischof von Münster hat er die Menschen in der Marienstadt beeindruckt und sie in ihr Herz geschlossen.
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