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17.05.2012
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Timmerevers im Gespräch mit dem Verbändekomitee.

Weihbischof Heinrich Timmerevers und die Vorsitzende des Verbändekomitees, Hildegard Kröger.

Weihbischof Timmerevers im Gespräch mit dem Verbändekomitee

Welches Profil katholische Verbände haben

Vechta. Bei der jüngsten Vollversammlung des Komitees katholischer Verbände war Weihbischof Heinrich Timmerevers zu Gast. Er legte den Delegierten seine Gedanken zum Profil von Verbänden in der Kirche vor.

Die Chronik zu einem Verbandsjubiläum – nur zu oft wandert sie nach einigem Blättern in den Bücherschrank. Schade. Jedenfalls ist das der Eindruck von Weihbischof Heinrich Timmerevers, der jetzt bei der Feier des hundertjährigen Bestehens der Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB ) Cloppenburg zu Gast war. Im Vorfeld habe er sich nämlich die Mühe gemacht, die entsprechende Chronik "einmal ganz genau" zu lesen. "Da war ich sehr beeindruckt."

Gelegentlich auch "amüsiert", wie er zugab. So habe in den 50-er Jahren der damalige KAB-Präses Franz Morthorst, "ein sehr beeindruckender und gewichtiger Seelsorger", der KAB einmal einen besonderen Sinnspruch auf den Weg gegeben: "Mögen doch alle fahren zum Gardasee, wir bleiben doch bei der KAB!" Ein Spruch, der bei aller Zeitgebundenheit eine gewisse Tiefe nicht verleugnen könne, nämlich mit seiner Warnung, keine falschen Prioritäten zu setzen.

Beim Lesen habe ihn beeindruckt, wie genau die Verfasser der Chronik Kirchen- und Verbandsgeschichte  haben. Wobei man schnell auf den Gedanken kommen könne: Welche Linien ziehen sich durch die Geschichte der KAB in Cloppenburg? Und welche damit vielleicht auch bei anderen Verbänden?

Immer sozial eingesetzt

Als erste Linie nannte der Weihbischof den sozialen Einsatz, den Einsatz für Benachteiligte. Er sei in der KAB-Geschichte immer wieder zu finden, auch in den Jahren der Not kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Diese Linie sozialer Verantwortung ziehe sich durch bis heute, bis in die Unterstützung sozialer Projekte in Honduras

Immer treu zur Kirche

Zum zweiten habe sich die KAB in Cloppenburg immer stark gesellschaftspolitisch eingesetzt; man finde regelmäßig Verweise auf Podiumsdiskussionen mit Politikern oder auf öffentliche Stellungnahmen. Schon 1958 finde sich etwa ein Protest gegen Sonntagsarbeit, bereits damals sei für die KAB dieser Einsatz selbstverständlich gewesen.

An dritter Stelle habe ihn beeindruckt, mit welch "großer Treue" der Verband im Leben der Kirche stehe. Die Entwicklung von einem Verein für die ganze Stadt zu dreien in den einzelnen Pfarrgemeinden sowie nun eine rückläufige Entwicklung – immer spreche aus den Berichten in der Chronik die Verwurzelung in der Kirche. Jedoch nicht als ein zusätzliches Element, "sondern als die Basis des Vereins, daraus hat er offensichtlich gelebt".

Timmerevers bekannte: "Verbände sind für die Kirche die Türen zur Welt, jeder Verband auf seine Art." Zugleich prägten sie das Leben einer Pfarrgemeinde, sie seien "der stabilisierende Teil" des Gemeindelebens.

Kein Anhängsel

Deshalb sei auch klar, dass Verbände in der Kirche nicht einfach irgendetwas Zusätzliches seien, das man vielleicht einmal abtrennen könne. Sondern: "Sie sind die Basis."

Eine solche Basis in der Kirche müsse sich allerdings immer wieder fragen, wie sie ihr geistliches Leben fördere. Dafür gelte es, im Gespräch zu bleiben über das Profil des eigenen Verbandes, die Anstöße aus der Gründungszeit zu übersetzen für heute.

Dazu gehöre zugleich "ein Bemühen um die Vertiefung des Glaubens". Das bedeute für einen Verband im Grunde eine intensive Glaubensvermittlung an Erwachsene, denn alle Verbandsmitglieder müssten ihren Glauben ja auch kennen. Der Weihbischof gab zu: "Das ist vielleicht eine endlose Aufgabe – aber wir müssen damit anfangen."

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  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterÜbersicht: Weihbischof Heinrich Timmerevers

Text: Franz Josef Scheeben | Foto: pd in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
25.05.2009

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