
Die Familien kümmern sich liebevoll um "ihre" Station, an der seit 25 Jahren Maiandachten gefeiert werden.
Fünf Familien aus bauten vor 25 Jahren einen Marienbildstock
Probleme macht nur der Maulwurf
Coesfeld-Goxel. Seit 25 Jahren bereitet ein Familienkreis aus Coesfeld-Goxel am letzten Sonntag im Mai eine Maiandacht vor. Sie wird gefeiert an einer von ihnen initiierten und gebauten Marien-Station.
Mehr als 35 Jahre ist es her, dass sich die bis dahin fremden Familien Averkamp, Grevelhörster, Hölscher, Hölker und Klümpers in Coesfeld-Goxel zu einem Familienkreis zusammengeschlossen haben. Über die Jahrzehnte hat die muntere Gruppe Bestand. Denn die regelmäßigen Treffen gibt es heute noch. "Allerdings haben sich die Themen geändert", erzählt Karola Averkamp. Die Kinder und ihre Entwicklung stehen nun nicht mehr im Mittelpunkt, denn sie sind erwachsen. "Heute treffen wir uns, um über 'Gott und die Welt' zu klönen und Kaffee zu trinken", sagt Theodor Klümpers.
Zahlreiche Projekte hat der Kreis in seiner damals eigenständigen Pfarrei Herz Jesu Goxel angestoßen. So unterstützen sie beispielsweise die Ausbildung eines Priesters in Tansania. "Benediktinerpater Erich Lammering kommt gebürtig aus Goxel. Er ist inzwischen 84 Jahre alt und lebt immer noch in Tansania. Er hat uns gebeten, für die Ausbildung eines Nachfolgers zu spenden", berichtet Bernhard Hölscher. Jedes Jahr schicken die Ehepaare dem Ordenschristen Geld, das beispielsweise aus der Altpapier-Sammlung oder der Aktion der Sternsinger kommt. "Wir haben auch Werkzeug, Maschinen, Stoffe, Nähmaschinen und vieles mehr in einem Container nach Tansania geschickt. Aber leider ist es nicht dort angekommen, wo es ankommen sollte", bedauert seine Ehefrau Margret.
Aber das alles wollten die Ehepaare eigentlich nicht erzählen. Es soll um die Marien-Station gehen, an der jedes Jahr am letzten Sonntag im Mai um 19.30 Uhr eine Maiandacht gefeiert wird. "In diesem Jahr haben wir sie um eine Woche vorgezogen, da der letzte Sonntag im Mai Pfingstsonntag ist", klärt Elisabeth Hölker auf.
Vor 25 Jahren initiierte der Familienkreis den Bau der Station an der kleinen Kreuzung außerhalb des Ortsteils. "Das Gelände, bei dem es bis heute nicht geklärt ist, wem es gehört, war immer verdreckt und diente als Schutthaufen", sagt Adolf Averkamp. Die Familien machten sich auf den Weg und sammelten Spenden in der Siedlung. "Wir sind von Tür zu Tür gegangen und haben unser Anliegen vorgetragen. Auch haben wir Steine symbolisch verkauft. Wir sind immer freundlich aufgenommen worden, und viele Menschen haben etwas gegeben", erinnert sich Maria Grevelhörster. Ihr Ehemann Hugo ergänzt: "Wir hatten festgestellt, dass es in Goxel zwar verschiedene Stationen gibt, aber, außer einer Lourdes-Grotte auf einem Hof, keine Maria." Unterschiedliche Stationen haben sich die Familien angesehen, ein Entwurf aus Holz wurde gefertigt und eine einer Krautwald-Madonna nachempfundene Maria aus Bronze erstellt. Während die Männer auf der kleinen Baustelle sich um den Fortschritt des Bildstocks kümmerten, sorgten die Frauen für die Verpflegung.
Bis heute treffen sich die vier Männer regelmäßig, um die Bepflanzung und die Bänke an der Station zu pflegen. "Es ist noch nie etwas zerstört worden. Der Einzige, der uns Probleme bereitet, ist der Maulwurf", sagt Bernhard Hölscher und lacht.
Seit der Errichtung der Station bereiten die Familien die jährliche Maiandacht vor. "Wenn wir geeignete Texte in Kevelaer oder Eggerode finden, greifen wir darauf zurück", berichtet Elisabeth Hölker, und Maria Grevelhörster fügt hinzu: "Wir beten vor, und unser Pfarrer Johannes Hammans gibt zum Abschluss den Segen. Es ist schön, wenn ein Geistlicher dabei ist." Doch nicht nur die Maiandacht bereitet der Kreis vor, sondern auch die plattdeutsche Messe zum Sommerfest der Nachbarschaft Wittenfeld. "Allerdings ist es nicht einfach, Priester zu finden, die noch Plattdeutsch sprechen", sagt Hölscher.
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Text: Michaela Kiepe | Foto: Michaela Kiepe in
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