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17.05.2012
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Taufe in der Osternacht.

In der Osternacht begleiten sie Kathrin Busch (2. von rechts) in der Wachtendonker Kirche St. Michael zur Taufe: Diakon Bruno Bloemen, die Freundin Judith Losemann und die Schwiegermutter Bärbel Busch (von links).

In der Osternacht wird die 35-jährige Kathrin Busch getauft

Auf der Suche nach Jesus

Wachtendonk. In der Osternacht wird Kathrin Busch in der Wachtendonker Kirche St. Michael getauft. Seit September hat sie sich, begleitet von Diakon Bruno Bloemen, auf dieses Fest vorbereitet. Ihre Schwiegermutter Bärbel Busch und ihre Freundin Judith Losemann werden sie als Patin zur Taufe und auf ihrem zukünftigen Glaubensweg begleiten.

Nein! Glaube und Kirche hat sie in ihrer Kindheit und Jugend nicht kennen gelernt. "Ich bin in Fürstenwalde an der Spree im Land Brandenburg aufgewachsen", erklärt der 35-jährige Täufling. "Weder in der Familie noch bei Freunden oder in der Schule waren Religion und Kirche ein Thema. Wir hatten ja die Jugendweihe. Taufe und Firmung waren bei uns eben nicht üblich", so beschreibt Kathrin Busch die Situation in ihrer damaligen Heimat.

Doch trotz dieser gottfernen Umwelt hat sie im Unterbewussten immer wieder über Gott nachgedacht. "Auch wenn ich nicht darüber gesprochen habe, stellte ich mir vor, dass Gott in jedem Menschen existiert", beschreibt sie ihre damaligen Gedanken, wenn sie heute an die Zeit in der DDR zurückdenkt.

Vor mehr als 13 Jahren zieht die junge Frau nach Wachtendonk und lernt dort ihren Mann kennen. Er lebt in einem Elternhaus, in dem der Glaube und die Zugehörigkeit zur Kirche selbstverständlich sind. Sie heiraten und bekommen zwei Söhne, die auch getauft werden.

Schon damals hat ihr die Schwiegermutter geraten, sich auch taufen zu lassen. "Dein Mann ist katholisch, die Kinder sind katholisch, und es wäre schön, wenn du als Mutter auch ihre Glaubensfragen beantworten könntest", rät sie ihr.

Die junge Schwiegertochter ist nicht grundsätzlich abgeneigt. Immer wieder fragt sie, was die Taufe bedeuten würde, sie will wissen, was während der Tauffeier passiert. Kathrin Busch ist auf der Suche. Im Herbst 2006 meldet sie sich als Katechetin, um ihr Kind mit anderen auf die Erstkommunion vorzubereiten. Nicht allein. Sie möchte mit zwei anderen Frauen eine Gruppe übernehmen. Sicher eine ungewöhnliche Entscheidung, aber Kathrin Busch ist neugierig.

"Man spürte schon, dass sie Feuer gefangen hatte", erinnert sich Diakon Bruno Bloemen, der als Seelsorger die  Erstkommunion-Katechese begleitete. "Ich habe Kathrin als Staunende erlebt. So, als wenn sie, aus einer fremden Welt kommend, auf der Suche nach der Freundschaft mit Jesus ist. Sie hat sich mit den anderen Katechetinnen und mit den Kindern auf die Suche nach dem Glauben begeben. Gemeinsam haben sie darüber diskutiert, was es bedeutet, Freundschaft mit Gott zu schließen."

Und dennoch! Der richtige Moment, schon jetzt zur Taufe "Ja" zu sagen, lässt auf sich warten. Es bedarf wohl noch eines äußeren Anstoßes. Im Januar 2008 erkrankt ihr Sohn, der kleine sechsjährige Finn, schwer an einer Lungenentzündung. "Er hatte kaum eigene Abwehrkräfte, und es gab keine Medizin gegen die Krankheit. Er musste es selbst schaffen", erinnert sich die Mutter.

Tag und Nacht sitzt sie an seinem Krankenbett und lässt eine Kerze brennen. In dieser schwierigen Notsituation weiß sich die junge Frau keinen anderen Rat, als zu beten. Sie betet um das Leben ihres kleinen, geliebten Jungen. Sie bittet Gott verzweifelt, dass er es schafft. Ja, und sie verspricht im Gebet: "Wenn er gesund wird, lasse ich mich taufen."

Jetzt, an Ostern, löst sie ihr Versprechen ein. Um jedem Missverständnis vorzubeugen: Für Kathrin Busch geht es bei dieser Heilung nicht um einen kindlichen Wunderglauben. Doch in der kritischen Situation hat sie bei Gott Zuflucht und Nähe gefunden. "Ich weiß, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe", sagt sie überzeugt. "Jetzt bin ich völlig ruhig und mit mir im Reinen."

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Text: Jürgen Kappel | Foto: Jürgen Kappel in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
09.04.2009

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