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17.12.2018
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Bruder Klaus.

Heute hat Bruder Klaus Zeit, Liebesdienste im Marienwallfahrtsort Kevelaer zu erfüllen: Er besucht Kranke, verteilt die Kommunion und überbringt Glückwünsche.

Jeden Morgen führt der Weg Bruder Klaus zum Gnadenbild

Mit Leidenschaft Sakristan in Kevelaer

Kevelaer. Den Pilgern ist er Garant für das Bleibende in Kevelaer: Bruder Klaus lebt seit mehr als 30 Jahren am Kapellenplatz, die meisten Jahre als Sakristan. Heute noch bitten ihn die Pilger: "Helfen Sie uns beten!"  

Bruder Klaus ist sanft, und er ist höflich wie kaum ein Mensch. Fast könnte man sagen, er ist "lieb", wenn nicht ausgerechnet dieses Wort Gefahr liefe, despektierlich zu klingen. Dabei spiegelt es die Grundeinstellung von Bruder Klaus vortrefflich wider. Und so beschreibt der "Ruheständler" seine Aufgaben: "Seit ich nicht mehr Sakristan in der Basilika bin, kann ich viele Liebesdienste erfüllen - bei Gottesdiensten, in drei Altenheimen, beim Austeilen der Krankenkommunion und bei Krankenbesuchen." Gern gratuliert er Altersjubilaren und überbringt die Glückwünsche der Gemeinde.

Kaum jemand ist bei so vielen Kevelaerern zu Hause wie Bruder Klaus. Die Menschen öffnen ihm Türen und Herzen, denn der Canisianer kann zuhören. "Wenn Ihnen jemand sein Herz ausschüttet, müssen Sie nicht unbedingt etwas sagen. Einfach still dazusitzen, zuzuhören und den Menschen wahrzunehmen, ist ein Zeichen echter Aufmerksamkeit. Die Menschen sind oft glücklich, dass jemand einfach nur zuhört." Dann fühlt er Verbundenheit und Zuneigung wie für eine Schwester oder einen Bruder. Er selbst fühlt sich beschenkt.

Immer wieder war der Mann, der mehr als 30 Jahre Sakristan an St. Marien war, ehe er 2002 in den Ruhestand ging, auch Ansprechpartner von Pilgern. "Sie sind ja immer noch da!", heißt es bis heute, wenn Wallfahrer ihn von Jahr zu Jahr treffen. Er war und ist ihnen wie ein Garant für das Zuverlässige, das Bleibende am Kapellenplatz.

Vor kurzem erhielt er einen Anruf. Die Schwester einer langjährigen Kevelaer-Pilgerin aus den Niederlanden meldete sich. Die Pilgerin war an Krebs erkrankt und stand vor einer schweren Operation. Nun bat die Anruferin Bruder Klaus: "Beten Sie für meine Schwester!" Der Bruder kann noch nach jahrzehntelanger Begegnung mit Pilgern darüber staunen, wie das menschliche Miteinander Kreise zieht. Zum Beispiel ein Wort, vielleicht vor langer Zeit gesprochen, das jemanden Jahre später anrührt und anstiftet, Gemeinschaft für ein Gebet anzuregen. Was ihn in Kevelaer immer auf's Neue beschäftigt: "Dass dieses kleine, unscheinbare Bild Menschen überwältigt!" Sie kämen über Jahre wieder, weil sie sich von der Trösterin der Betrübten angesprochen fühlten. "Gerade das Bescheidene rührt die Menschen an und bringt viele zur Besinnung."

Bruder Klaus sieht immer wieder Gläubige, die dem Bildchen hinter Glas ihre Hand auflegen möchten, eine Geste des Segnens und des Gesegnetwerdens. "Da spüren Sie: Es kommt nicht auf Prunk an. Die Menschen wollen im Herzen angesprochen werden. Dann geschehen Wunder." Eines der größten Wunder für ihn: "Dass Menschen hier die Gnade erfahren, zu den Sakramenten zurückzufinden." Er selbst vertraut der Muttergottes unbedingt. Jeder Morgen führt ihn zur Gnadenkapelle, immer kommt er mit "Gebetsaufträgen" von Menschen. Manche haben gesagt: "Beten Sie für uns" oder "Helfen Sie uns beten". "Das rührt mich, dass ich vermitteln und dem Herrgott Dinge anempfehlen kann. Der Rest ist Gnade."

Am 16. Mai 1937 ist er als Ludwig Pittermann in Ochsengraben im Kreis Hohenelbe als zweitjüngstes von acht Kindern geboren worden. Sein Vater Josef war Landwirt und betrieb ein Lebensmittelgeschäft, in dem Mutter Marie zuweilen aushalf. Früh wurde sein Glaube durch das religiöse Leben der Familie geprägt. Er hatte gute Kontakte zur katholischen Gemeinde und arbeitete für die Jugend. Der junge Mann interessierte sich für das Ordensleben, machte jedoch eine Friseurlehre und blieb ein Jahr lang bei seinem Meister Walter Probst in Sangerhausen. "1955 hörte ich eine Predigt von einem Augustinerpater über das Leben in einem Kloster. Er sprach darüber, wie schön es sei, ganz für andere dazusein."

Ein Jahr später reiste Ludwig Pittermann mit seinem Bruder Rudolf aus der DDR zum Katholikentag nach Köln und kehrte nicht zurück. Kaplan Felix Müller aus Münster empfahl ihm, bei den Canisianern einzutreten; sie seien eine junge Gemeinschaft mit Zukunft. "Ich habe mich vorgestellt und bin nach zwei Tagen, am 5. September 1956, eingetreten."

Zum Katholikentag nach Köln

Nach einem halben Jahr Postulat und einem Jahr Noviziat nahm ihn die Gemeinschaft endgültig auf. Aus Ludwig wurde Klaus, nach dem Nationalheiligen der Schweiz, Klaus von Flüele. Im Oktober 1972 ereilte ihn der Ruf aus Kevelaer: An der Basilika war die Stelle des Küsters frei geworden. "Wenn man in einer Gemeinschaft lebt, muss man sich zur Verfügung stellen", bekennt Bruder Klaus schlicht, "ich war froh, eine feste Anstellung zu bekommen."

Die neue Aufgabe nahm ihn voll in Anspruch. Mehr noch: Man kann sagen, "seine Aufgabe verzehrte ihn", wie es über sein 30-jähriges Wirken im Pfarrbrief von St. Marien im Jahr 2002 hieß.

In Kevelaer, "das mir eine zweite Heimat ist", möchte er so lange wie möglich bleiben. Die Gemeinschaft der Schwestern und Brüder im Priesterhaus, die Aufgaben in der Gemeinde und die vielen Menschen, die er kennt, geben ihm Kraft.

Text: Delia Evers | Foto: Delia Evers in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
20.03.2009

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