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30.05.2016
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Diözesanbaudirektor Georg Wendel.

Inteview mit Georg Wendel

Profanierung bedeutet nicht immer Abbruch

Bistum. Georg Wendel ist Diözesanbaudirektor, Diözesankonservator und Dombaumeister. Im Bischöflichen Generalvikariat Münster leitet er die Abteilung Bauwesen. Im Interview erklärt er, welche Möglichkeiten es für die Umnutzung profanierter Kirchen gibt.

Kirche+Leben: Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit eine Kirche profaniert werden kann?

Georg Wendel: Die Fragestellung der Profanierung von Kirchen ist zunächst abhängig von der temporären Umsetzung der Kooperationsprozesse der Kirchengemeinden und damit unter anderem der Festlegung, ob sie zukünftig Pfarrkirche oder Filialkirche sein wird. Mit dieser Festlegung geht in der Regel die Abstimmung eines neuen Seelsorgeangebots innerhalb der Kirchengemeinde einher.

Im Rahmen der kirchengemeindlichen Liegenschaftsentwicklungen führen wir zunächst eine differenzierte Erhebung hinsichtlich der zu beschreibenden Kirchengebäude durch. Neben städtebaulichen Aspekten bewerten wir die Kirchen nach architektonischen, künstlerischen und konservatorischen Gesichtspunkten. Der bauliche Unterhaltungszustand wird ebenso differenziert untersucht. Insofern ist die Frage nach der Disponibilität einer Filialkirche und damit nach der Profanierung in Abhängigkeit der vorgenannten Kriterien abzuwägen und zu beantworten. Mit der Profanierung wird dieser bisher heilige Sinnraum, in dem die Kirchengemeinde zur Feier der Liturgie zusammenkam, einer ausschließlich profanen Nutzung überlassen.

Kirche+Leben: Wer entscheidet über die Profanierung?

Wendel: Nach Analyse und Zusammenfassung der Grundstücks- und Gebäudedaten beginnen wir nach Freigabe durch den Bischof einen Erörterungsprozess mit den kirchengemeindlichen Entscheidungsgremien. Unser Ziel ist hier - selbstverständlich im Einvernehmen -, zu tragfähigen Lösungen für die disponiblen und damit zu entwickelnden Standorte zu kommen. Das abschließend für die Profanierung einer Kirche erforderliche Dekret unterzeichnet Bischof Dr. Felix Genn.

Kirche+Leben: Welche Möglichkeiten der Umnutzung gibt es?

Wendel: In Abhängigkeit des pastoralen Konzepts und des Bemühens, die kirchengemeindlichen Haushalte auch durch Abbau von Seelsorgeflächen zu konsolidieren, ist gerade die Umnutzung von Kirchengebäuden eine besondere Herausforderung. Die Zusammenführung von beispielsweise liturgischem Ort und Pfarrheimflächen in Kirchen ist sicherlich ein probates Mittel, um zum einen den rückläufigen Kirchenbesucherzahlen Rechnung zu tragen und zum anderen sich von belastenden unwirtschaftlichen und gegebenenfalls überdimensionierten Pfarrheimflächen zu trennen. Hier gibt es bereits verschiedene gute Beispiele in unserem Bistum, die sich in der Planung oder Umsetzung befinden.

Die Integration von Tageseinrichtungen für Kinder in Kirchenräume ist aufgrund der Förder- und Finanzierungssystematik ein betriebswirtschaftlicher Drahtseilakt. Hier sind kompensatorisch wirkende Investitionsmöglichkeiten auf dem Kirchengrundstück in der Regel vonnöten, die sich unserer Erfahrung nach jedoch wirtschaftlich nicht rechnen. Die Integration eines profanierten Kirchenraums in den Schulbetrieb haben wir in Form einer Aula beispielsweise in einer bischöflichen Schule umgesetzt. Umnutzungen von Kirchenräumen zu Kolumbarien als Urnenbegräbnisstätten werden im Bistum zurzeit an verschiedenen Standorten diskutiert. Auch hier sind neben den Anforderungen an eine Begräbnisstätte wirtschaftliche Fragestellungen von besonderem Gewicht. Die Umnutzung moderner Kirchen zu Veranstaltungsorten wie Konzerträumen, Bibliotheken oder sonstigen Kulturräumen bleiben aufgrund knapper Kassen auch in den Kommunen zukünftig eher dem Einzelfall überlassen. Sozial beziehungsweise karitativ motivierte Wohnnutzungen in Form von innovativen Wohnkonzepten des barrierefreien Seniorenwohnens bedürfen kreativer Konzepte, die nachhaltig refinanzierbar sein müssen.

Insofern bedeutet Profanierung nicht immer gleich Abbruch einer Kirche. Wenn sich allerdings dieser Schritt nicht umgehen lässt, entwickeln wir mit Hilfe von Architekten- und Investorenverfahren qualitativ hochwertige Folgnutzungen, die am Ende das ein oder andere Kirchengebäude auch erhalten helfen.

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  1. undefinedProfanierte Kirchen im Bistum Münster werden auf vielfälige Weise neu genutzt
  2. Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche von A bis Z: Profanierung

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