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17.05.2012
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Prälat Egon Mielenbrink.

Interview mit Prälat Egon Mielenbrink

Zeugnis des Glaubens

Bistum. Das Motto der Wallfahrt lautet in diesem Jahr "Ihr sollt meine Zeugen sein". Darüber sprach Kirche+Leben mit Prälat Egon Mielenbrink, Vorsitzender der Pilgerkommission im Bistum Münster.

Kirche+Leben: Das Wallfahrtsmotto lautet in diesem Jahr "Ihr werdet meine Zeugen sein". Wie lässt es sich mit der Wallfahrt in Verbindung bringen?

Egon Mielenbrink: Das Leitwort wurde von der Arbeitsgemeinschaft der Wallfahrtsrektoren im nordwestdeutschen Raum festgelegt. Es ist ein Wort Jesu, das er vor seiner Himmelfahrt seinen Jüngern als Auftrag gegeben hat.

Auch in unserer Zeit, in der der Wind der Kirche ins Gesicht bläst, gilt dieses Wort: "Ihr werdet meine Zeugen sein" aus der Apostelgeschichte, Kapitel 1, Vers 8. Wenn Menschen sich auf eine Wallfahrt begeben, ist dies zugleich ein Suchen, aber auch ein Zeugnis des Glaubens. Wallfahrtsstätten sind Orte, an denen sich das Wirken Gottes in besonderer Weise gezeigt hat, am deutlichsten wohl in dem Land, in dem Jesus gelebt und gelitten hat, gestorben ist und zu einem neuen Leben erweckt wurde. Doch auch Stätten, an denen die Mutter Jesu verehrt wird, Gräber der Heiligen zu finden sind oder das Zeichen des christlichen Glaubens, das Kreuz, von Menschen aufgesucht wird, bezeugen das Wirken Gottes in der Welt. Hiervon geben die Pilgerinnen und Pilger, die nach dem Besuch der Wallfahrtsstätten wieder in ihren Alltag zurückkehren, neu gestärkt ein Zeugnis durch ihr Wort und noch mehr durch ihr Tun.

Kirche+Leben: Welche Bedeutung hat die Wallfahrt im Bistum Münster?

Mielenbrink: Im Bistum Münster finden sich 27 Wallfahrtsorte von Bethen im Norden bis Aengenesch im Süden, von Kranenburg im Westen bis Herzfeld im Osten, die von etwa 1,5 Millionen Pilgern jährlich aufgesucht werden. Da sind die alten Wallfahrtsorte wie Xanten, Billerbeck und Herzfeld und die neueren mit den Gräbern und Verehrungsstätten der Seligen: Schwester Euthymia, Anna Katharina Emmerick und Clemens August Kardinal von Galen. Die meisten Wallfahrtsstätten im Bistum sind Marienwallfahrtsorte, darunter der zweitgrößte in Deutschland, Kevelaer, mit 800.000 Pilgern im Jahr und Telgte, wohin die größte Fußwallfahrt im deutschsprachigen Raum kommt, die der Osnabrücker mit mehr als 8.000 Fußpilgern. Die kleineren Wallfahrtsorte werden besonders von Fußgruppen und Einzelpilgern aufgesucht.

Während in einer Reihe der größeren Wallfahrtsorte die Wallfahrtszeit von Ende April bis zum 1. November reicht, werden manche nur an einem Tag – wie zum Beispiel der Hilgenberg in Stadtlohn oder in einer Festwoche wie beispielsweise in Buddenbaum bei Warendorf – aufgesucht. Es sind nicht nur Pilger aus dem Bistum Münster, die sich zu Fuß, mit dem Fahrrad, dem Bus, der Bahn oder dem eigenen Auto auf den Weg machen, sondern auch viele aus den angrenzenden Bistümern, sogar aus dem Ausland.

Kirche+Leben: Was finden Menschen, die sich auf den Weg machen? Gibt es einen "Trend"?

Mielenbrink: Fußpilger suchen vor allen Dingen auf dem Weg im gemeinsamen Beten und Singen und am Wallfahrtsort selbst im feierlichen Gottesdienst Gemeinschaft mit Gott und mit ihren Mitchristen. Gerade in einer Zeit, in der die meisten Christen in einer Art "Diasporasituation" leben, ist dies von besonderer Bedeutung, da sie in ihrem Glauben gestärkt werden. Es wächst die Zahl derer, die sich als Einzelpilger auf den Weg machen.

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