
- Prälat Egon Mielenbrink.
Interview mit Prälat Egon Mielenbrink
Zeugnis des Glaubens
Bistum. Das Motto der Wallfahrt lautet in diesem Jahr "Ihr sollt meine Zeugen sein". Darüber sprach Kirche+Leben mit Prälat Egon Mielenbrink, Vorsitzender der Pilgerkommission im Bistum Münster.
Kirche+Leben: Das Wallfahrtsmotto lautet in diesem Jahr "Ihr werdet meine Zeugen sein". Wie lässt es sich mit der Wallfahrt in Verbindung bringen?
Egon Mielenbrink: Das Leitwort wurde von der Arbeitsgemeinschaft der Wallfahrtsrektoren im nordwestdeutschen Raum festgelegt. Es ist ein Wort Jesu, das er vor seiner Himmelfahrt seinen Jüngern als Auftrag gegeben hat.
Auch in unserer Zeit, in der der Wind der Kirche ins Gesicht bläst, gilt dieses Wort: "Ihr werdet meine Zeugen sein" aus der Apostelgeschichte, Kapitel 1, Vers 8. Wenn Menschen sich auf eine Wallfahrt begeben, ist dies zugleich ein Suchen, aber auch ein Zeugnis des Glaubens. Wallfahrtsstätten sind Orte, an denen sich das Wirken Gottes in besonderer Weise gezeigt hat, am deutlichsten wohl in dem Land, in dem Jesus gelebt und gelitten hat, gestorben ist und zu einem neuen Leben erweckt wurde. Doch auch Stätten, an denen die Mutter Jesu verehrt wird, Gräber der Heiligen zu finden sind oder das Zeichen des christlichen Glaubens, das Kreuz, von Menschen aufgesucht wird, bezeugen das Wirken Gottes in der Welt. Hiervon geben die Pilgerinnen und Pilger, die nach dem Besuch der Wallfahrtsstätten wieder in ihren Alltag zurückkehren, neu gestärkt ein Zeugnis durch ihr Wort und noch mehr durch ihr Tun.
Kirche+Leben: Welche Bedeutung hat die Wallfahrt im Bistum Münster?
Mielenbrink: Im Bistum Münster finden sich 27 Wallfahrtsorte von Bethen im Norden bis Aengenesch im Süden, von Kranenburg im Westen bis Herzfeld im Osten, die von etwa 1,5 Millionen Pilgern jährlich aufgesucht werden. Da sind die alten Wallfahrtsorte wie Xanten, Billerbeck und Herzfeld und die neueren mit den Gräbern und Verehrungsstätten der Seligen: Schwester Euthymia, Anna Katharina Emmerick und Clemens August Kardinal von Galen. Die meisten Wallfahrtsstätten im Bistum sind Marienwallfahrtsorte, darunter der zweitgrößte in Deutschland, Kevelaer, mit 800.000 Pilgern im Jahr und Telgte, wohin die größte Fußwallfahrt im deutschsprachigen Raum kommt, die der Osnabrücker mit mehr als 8.000 Fußpilgern. Die kleineren Wallfahrtsorte werden besonders von Fußgruppen und Einzelpilgern aufgesucht.
Während in einer Reihe der größeren Wallfahrtsorte die Wallfahrtszeit von Ende April bis zum 1. November reicht, werden manche nur an einem Tag – wie zum Beispiel der Hilgenberg in Stadtlohn oder in einer Festwoche wie beispielsweise in Buddenbaum bei Warendorf – aufgesucht. Es sind nicht nur Pilger aus dem Bistum Münster, die sich zu Fuß, mit dem Fahrrad, dem Bus, der Bahn oder dem eigenen Auto auf den Weg machen, sondern auch viele aus den angrenzenden Bistümern, sogar aus dem Ausland.
Kirche+Leben: Was finden Menschen, die sich auf den Weg machen? Gibt es einen "Trend"?
Mielenbrink: Fußpilger suchen vor allen Dingen auf dem Weg im gemeinsamen Beten und Singen und am Wallfahrtsort selbst im feierlichen Gottesdienst Gemeinschaft mit Gott und mit ihren Mitchristen. Gerade in einer Zeit, in der die meisten Christen in einer Art "Diasporasituation" leben, ist dies von besonderer Bedeutung, da sie in ihrem Glauben gestärkt werden. Es wächst die Zahl derer, die sich als Einzelpilger auf den Weg machen.
Mehr zum Thema in kirchensite.de:
Interview: Michaela Kiepe | Foto: Almud Schricke in
Kirche+Leben
29.04.2010
Schwerpunktthema
Vom 16. bis 20. Mai 2012 findet in Mannheim der 98. Deutsche Katholikentag statt. Er steht unter dem Leitwort "Einen neuen Aufbruch wagen".
Vorlagen für Maiandachten
Ein besonderer kirchensite.de-Service: Wir bieten Ihnen eine Reihe von Vorschlägen für Andachten zur Muttergottes im Monat Mai zum Herunterladen an.
Restaurierung der Domkunst
Über ein Jahr wird im St.-Paulus-Dom kein Gottesdienst gefeiert, weil umfangreiche Sanierungsmaßnahmen durchgeführt werden.
Hildegard von Bingen
Die Benediktinerin Hildegard von Bingen ist von Papst Benedikt XVI. zur Heiligen der Universalkirche erhoben worden.
Bistumspartnerschaft
Der Grundstein für eine Partnerschaft zwischen den Diözesen Tula in Mexiko und Münster wurde auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil in Rom gelegt.
Neues Seelsorgekonzept
Im Bistum Münster wird derzeit ein neuer Diözesanpastoralplan erstellt. Er soll Schwerpunkte der Seelsorge benennen. Ein erster Entwurf steht zum Herunterladen bereit.
Bibel-Teilen
Das "Bibel-Teilen" ist eine Form der gemeinsamen Schriftlesung. Es ermöglicht einen persönlichen Zugang zur Heiligen Schrift.
Bibelarbeiten
Die Bibelarbeiten befassen sich mit Schriftstellen aus dem Alten und Neuen Testament und eignen sich für die Gemeindearbeit und für die persönliche Auseinandersetzung mit der Heiligen Schrift.
Dossier: Wallfahrt
"Beten mit den Füßen" - das ist Wallfahrt. Seit Jahrhunderten machen sich Christen auf den Weg, um unterwegs Gott ein Stück näher zu kommen.
Sterbebegleitung
Wann beginnt das Sterben? Was erwartet mich auf meinen letzten Wegen vor dem Tod? Kann ich mich und meine Verwandten auf diese Wege vorbereiten?
Marienmonat
Als schönster Monat des Jahres soll der Mai der "schönsten aller Frauen" geweiht sein. Maialtäre und Maiandachten entstammen einer barocken Frömmigkeitstradition.
Ehegericht
Mit seinen rund 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern beschäftigt sich Offizial Kurt Schulte größtenteils mit so genannten Ehenichtigkeitskeitsverfahren.
Service für Sie
Spruch des Tages
Reden, Fragen, Antworten finden
Seelsorger/-innen
Heiligenlexikon in "kirchensite.de"
im
Heiligenkalender können Sie nach Monaten blättern. Oder wählen Sie hier nach Buchstaben aus:
Kontakt
kirchensite-Redaktion:
redaktion
kirchensite.de
Lebenshilfe+Seelsorge:
Martin Weber
weber
kirchensite.de
Technik:
technik
dialogverlag.de















Newsticker für Ihr Web