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16.05.2012
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Helga Janßen aus Aengenesch.

In der ersten Reihe der Wallfahrt

Die "Schmerzhafte Mutter" in Geldern-Aengenesch

Aengenesch. Helga Janßen ist "mit der Scholle verwurzelt". Auf einem Bauernhof in Winternam, einer kleinen Bauerschaft bei Geldern aufgewachsen, hat sie früh erfahren, dass Glaube und Kirche fest zum Leben gehören. Selbstverständlich wurden Tischgebete, Kirchgang und kirchliche Feste in den Alltag integriert. Ihr Glaube ist bodenständig, so wie bei den meisten Menschen ihres Alters und der Region.

Weil sie das Leben und die Vorzüge einer kleinen Gemeinschaft kannte, war es für die heute 48-jährige Frau auch keine Schwierigkeit, dem Mann, den sie liebt und vor mehr als 25 Jahren geheiratet hat, nach Aengenesch zu folgen. Einer ebenso kleinen Ortschaft wie Winternam.

Nur dass Aengenesch zu den bekannteren Orten des Niederrheins gehört. Denn hier wird seit dem 15. Jahrhundert die "Schmerzhafte Mutter" verehrt. Nicht mit großen Prozessionen, sondern durch viele kleine Gruppen und Beter.

Helga Janßen hat bis heute einen Platz in der ersten Reihe, wenn es darum geht, die Wallfahrt zu beobachten. Ihr Hof, und natürlich der ihres Mannes, befindet sich gegenüber der Kirche. Von dort aus sind es nur wenige Schritte bis zur Kirche und zur Kapelle, in der die hölzerne Marienstatue verehrt wird.

Doch Helga Janßen schaut nicht nur der Wallfahrt zu. Wie es dem Schlag Mensch auf dem Land eigen ist, werden Aufgaben im Lauf der Zeit von den Eltern oder Schwiegereltern selbstverständlich übernommen und so in die nächste Generation geführt. Ihr Schwiegervater habe zum Beispiel immer die Esche, die vor der Kirche steht, gepflegt und auch das Blumenbeet sauber gehalten.

So wie er lässt auch sie sich in die Pflicht nehmen. Sie ist stellvertretende Küsterin. Der hauptamtliche Küster wohnt in Geldern. Sie übernimmt die Sorge für die kleine Wallfahrtskirche, wenn er verhindert ist. Und weil diese Kirche nicht nur gern von den Pilgern aus Issum, Kapellen und von Pfarrgemeinden des Kölner Erzbistums besucht wird, sondern auch von einer steigenden Anzahl von Brautleuten, hat sie alle Hände voll zu tun: Die Messgewänder müssen herausgesucht werden, die Blumen besorgt sowie der Altar geschmückt werden. Darüber hinaus sind die Termine mit dem Pfarramt abzustimmen.

Helga Janßen war auch viele Jahre Vorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft im Ort. "Das gehört einfach dazu", sagt sie. "Die Gemeinschaft ist in diesem Ort sehr ausgeprägt." Eine Gemeinschaft, die die Einwohner im Glauben zusammenhält.

Der Gang zur "Schmerzhaften Mutter" gehört für Janßen zum Alltag. In der Kapelle stellt sie dann eine Kerze vor den Glasschrein, in der die Marienstatue geschützt wird, und verharrt einen Augenblick im Gebet: in Gedanken und im Dank an die Familie und ihren Mann.

"Wenn ich zur 'Schmerzhaften Mutter' bete, gibt mir das viel Kraft für mein Leben. Für mich und die, die mir nahestehen."

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Text: Jürgen Kappel | Foto: Jürgen Kappel in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
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