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Reaktion auf die Pläne: Lob und Ärger
Kreisdekanat Borken. Wer hätte gedacht, dass zum Abschluss der Ausführungen zur Reduzierung von Pfarreien noch Applaus zu hören ist? Die Gemeindevertreter aus den Pfarreien des Kreisdekanats Borken erkennen durchaus an, dass sich die Vertreter der Bistumsleitung viel Mühe gegeben haben, sachlich und fachlich auf die kirchlichen Veränderungen zu reagieren, was bedeutet, dass bis 2015 noch einige Gemeinde-Zusammenlegungen durchgeführt werden müssen. Die Pfarreien wissen sehr wohl, wie es um sie bestellt ist. Sie zählen selbst die Kirchenbesucher, die Taufen, die kirchlichen Trauungen, die Austritte. In den Neujahrsempfängen geben die Pfarrer im Allgemeinen die Zahlen ihrer Gemeinde bekannt.
Zur Zusammenarbeit unter den Pfarreien gibt es keine Alternative, das wissen alle Beteiligten. Da im Kreisdekanat Borken schon vieles in Gang gekommen ist, waren die Informationsveranstaltungen in Borken alles in allem ein guter Auftakt für den Generalvikar und den Personalchef, die zusammen mit den Regionalbischöfen in diesen Tagen in allen Kreisdekanaten den Stellen- und Strukturplan vorstellen. Das westliche Münsterland steht gut da, wenn man den Stellen- und Strukturplan 2020 in Gänze sieht: nur wenige Fusionen und eine Personalplanung, die auf Jahre Bestand hat.
Doch es gibt Verärgerung, die verständlich ist: Erst auf der Info-Veranstaltung erfuhr beispielsweise ein Pfarrer, das seine Gemeinde eine weitere Zusammenlegung durchführen soll. Es wäre besser gewesen, ihn vorher zu informieren beziehungsweise mit ihm zu sprechen. Fehlende oder unzureichende Kommunikation muss vermieden werden, ansonsten entstehen Reibungsverluste und persönliche Verbitterung.
Skepsis kommt in den Gemeinden auf, wenn der Einsatz von "Priestern aus der Weltkirche", wie ausländische Priester genannt werden, versprochen wird. Hier setzt das Bistum Münster auf einen Personalschlüssel, der den vermehrten Einsatz ausländischer Priester, vor allem aus Indien, als Ausgleich zum (deutschen) Priestermangel vorsieht. Ob diese Personalplanung umsetzbar ist, werden erst weitere Beratungen zeigen. Wenn es auch nur leise Stimmen sind, so favorisieren einige Gemeindevertreter eine verstärkte Leitungskompetenz durch Laientheologen. Doch Veränderungen diesbezüglich wird es (bis 2020) nicht geben: Die Leitung einer Pfarrei liegt in den Händen eines Pfarrers.
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